
Jetzt sieht man auch vor unserer Eingangstür, dass Weihnachten kurz bevor steht :)
Von Martina Kast
Nur vollreife, aromatische Früchte wandern in Christine Ferbers Kupferkessel. Die Konditormeisterin aus dem Elsass zaubert daraus Marmeladen für Feinschmecker, dabei verfeinert sie ihre Kreationen gern mit Obstbränden und Gewürzen.
Einkauf beim Obsthändler des Vertrauens

Wir treffen Christine Ferber in Colmar. In der Stadt im Elsass, die bei Touristen wegen ihrer Sehenswürdigkeiten und der pittoresken Altstadt beliebt ist, kauft sie jeden Morgen ein. Lange bevor die meisten anderen Geschäfte öffnen, ist Christine Ferber schon bei ihrem Obsthändler. Viele Jahre arbeiten die beiden schon zusammen. Die Obstsorten, die nicht im Elsass wachsen, bezieht sie über ihn. Alle elsässischen Früchte bekommt sie bei Bauern in der Region.
Für ihre Marmeladen braucht Christine Ferber voll ausgereifte Früchte, aber eben keine überreifen oder wässrigen. Das rät sie auch anderen: lieber die kleinen, festen Früchte kaufen als die aufgeblasenen. Und: Sie kauft niemals eine Charge, ohne das Obst probiert zu haben.
Alles selbst gemacht
Die Elsässerin Christine Ferber ist in dem Ort Niedermorschwihr eine Pâtissière der vierten Generation. Ihre Spezialität sind ungewöhnliche, köstliche Marmeladen und Gelees. „Ich versuche, den natürlichen Anblick der Früchte zu erhalten, und sorge für die Echtheit ihres Geschmacks“, so ihr Credo. Alle Marmeladen werden in Handarbeit hergestellt. Das Obst schneidet sie in große Stücke, dann kommt es in eigens für sie hergestellte Kupfertöpfe. In diesen Töpfen, 1.000 Euro das Stück, soll die Marmelade besser gelieren. Das hat ein Wissenschaftler für sie herausgefunden.
Von der Dekoration zum Kassenschlager
Angefangen hat alles, weil Christine Ferber ihre Bäckerei und Konditorei in Niedermorschwihr etwas dekorieren wollte. Die hübschen Marmeladengläschen eigneten sich da besonders. Doch die fruchtigen Brotaufstriche kamen bei den Kunden so gut an, dass sich die Chefin entschloss, sie ins normale Sortiment aufzunehmen und regelmäßig zuzubereiten. Mittlerweile gehören sogar die Restaurants von Alain Ducasse und andere Gourmettempel zu den anspruchsvollen Abnehmern.
Große Experimentierfreude – großes Sortiment

275 Marmeladensorten hat Christine Ferber im Sortiment, und ständig kommen neue Kreationen hinzu. Ihre süße Handwerkskunst hat ihr in Frankreich den Titel „la reine des confitures“ eingebracht: „Marmeladenkönigin.“ Sie experimentiert bei den Rezepten auch gern mit Gewürzen, Weinen oder Obstbränden. Da sie besonderen Wert auf die regionale Herkunft der Früchte legt, gibt es manche Marmeladensorten nur in begrenzten Mengen. Ist beispielsweise die Kirschernte im Elsass schlecht, dann gibt es eben auch nur wenig Kirschmarmelade. Für Mehrfruchtmarmeladen mischt sie immer nur solche Sorten, die gemeinsam Saison haben. Tiefgefrorene Früchte kommen ihr nicht in den Topf.
Bei der Zubereitung rechnet sie fast immer 800 Gramm Zucker auf 1 Kilogramm Obst, dazu kommt dann noch der Saft einer Zitrone. Wenn sie – wie in unserem Beitrag – kandierten Ingwer zugibt, dann reduziert sich die Zuckermenge um 50 bis 80 Gramm. Die Kochzeit liegt bei maximal einer Viertelstunde. Gekocht wird auf höchster Flamme und unter ständigem Rühren – ihre Marmelade lässt Christine Ferber keine Minute aus den Augen. Ist die Marmelade geliert, wird sie randvoll in Gläser gefüllt, mit einem gummierten Deckel verschlossen und über Nacht auf den Kopf gestellt.
Rezept
Christine Ferbers Marmeladen kann man nicht nur auf das Brot streichen, sie harmonieren auch wunderbar mit verschiedenen Käsesorten, und sie lassen sich außerdem in der Küche verwenden:
Tarte mit Aprikosenmarmelade und Mandelmasse
Zutaten für die Tarte:
210 g Mehl
125 g kalte Butter, in kleine Würfel geschnitten
2 EL Zucker
1 Ei, verquirlt
2 Tropfen Vanillearoma
Zutaten für die Mandelmasse:
100 g Butter
100 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln
1 Ei
40 g Mehl
je eine kleine Handvoll ganze Nüsse und Pistazien
Außerdem:
200 g Aprikosenmarmelade, möglichst mit ganzen Stücken
Zubereitung:
Christine Ferbers Tipp: Die Creme eignet sich besonders als Topping für saftiges Obst auf Kuchen, da sie die Flüssigkeit aufnimmt.
(Quelle: http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/inhalt/20050905/b_4.phtml)
Denn so wie es dort aussieht, sollten wir ja Weihnachten um die 0° erwarten können..... Wir werden sehen.
Heute waren Marie und ich nämlich in Bitche im "salon gourmandise". Das hört sich zwar hochtrabend an, war letzten Endes allerdings nur eine kleine Veranstaltung lokaler Patissiers, Käse-, Wurst- und Brothersteller.
Auch Mme Ferber war mit einem Stand vertreten und hat ihre legendären Marmeladen angeboten (für alle Interessierten folgt in einem eigenen Post ein bericht über die Marmeladenherstellung bei Christine Ferber). Wir haben uns zwei ganz herrvorragende Käse aus dem "Bitcherland" und ein passendes Baguette gekauft.